By 90Min
October 29, 2017

Matthias Ginter konnte am Wochenende mit seinem neuen Verein Borussia Mönchengladbach einen wichtigen Sieg gegen die TSG 1899 Hoffenheim einfahren. Dabei konnte sich der Weltmeister gar selber in die Torschützenliste eintragen. In einem ehrlichen Interview mit der Rheinischen Post kritisierte Ginter die Fußballbranche und sprach über die ersten sportlichen Wochen der Gladbach-Saison.


Tabellarisch ist die Borussia aus Mönchengladbach nach zehn Spieltagen in der Bundesliga-Saison im Soll. Wirklich rund läuft am Niederrhein aber noch lange nicht alles. Mit bereits 18 Gegentoren stellt der Tabellensechste die zweitschlechteste Defensive der Liga, vor allem bei den Klatschen gegen Borussia Dortmund und im Rheinderby gegen Bayer 04 Leverkusen fand man sich in Gladbach im Hintertreffen wieder. „Es fehlt die Konstanz", monierte auch Sommer-Neuzugang Matthias Ginter gegenüber der Rheinischen Post.


Borussia Mönchengladbach verpflichtete Weltmeister Matthias Ginter im Sommer als Antwort auf den unvermeidlichen Abgang von Leihspieler Andreas Christensen, der zum FC Chelsea zurückkehrte. Für den variablen Verteidiger Ginter, der aus Dortmund an den Niederrhein wechselte, legte Gladbach die vereinseigene Rekordsumme von 17 Millionen Euro auf den Tisch. Bisher zeigte der Neuzugang zwar ansprechende Leistungen, seiner Rolle als Führungsspieler wurde der 23-Jährige jedoch noch nicht gerecht. "Wir Führungsspieler, und als solcher sehe ich mich, hätten da mehr einschreiten müssen", erklärte Ginter, angesprochen auf die Bundesliga-Pleiten gegen Leverkusen und Dortmund.

Gladbach auf der Suche nach Konstanz - Ginter erklärt das 'Business' Fußball


Als eine "Achterbahnfahrt" beschrieb Matthias Ginter den bisherigen Saisonverlauf der Borussia. Das erklärte Ziel sei es nun, "Konstanz in unsere guten Leistungen" zu bringen. Um die 'Fohlen' endgültig in die Spur zu bringen, will auch Ginter an sich arbeiten: "Ich muss zugeben, dass auch ich zu spät das Problem erkannt habe. Wir wurden im eigenen Stadion ausgekontert. Da hätten gerade wir im Zentrum andere Spieler richtig führen müssen. Es hat eine ordnende Hand gefehlt.“ Eine führende Hand, die Matthias Ginter trotz seiner erst 23 Jahre durchaus sein kann.

Alexander Hassenstein/GettyImages

Wechselte im Sommer aus Dortmund nach Gladbach: Weltmeister Matthias Ginter


In seinem Interview mit der Rheinischen Post sprach Matthias Ginter allerdings nicht nur über seine ersten Monate in Gladbach, sondern übte darüber hinaus harsche Kritik an der Fußball-Branche. Das Business Fußball sei gewiss kein leichtes: „Am Anfang muss man sich an vieles gewöhnen, dann wird es Normalität", merkte Ginter an. "Aber es gibt immer noch Dinge, die ich nicht nachvollziehen kann. Wenn man zum Beispiel in einem Gespräch mit einem Sportdirektor zu hören bekommt, man sei DER Kandidat, und eine Woche später wird ein anderer Spieler für die Position verpflichtet, ist das schon merkwürdig. Der Fußball ist nicht immer ganz ehrlich." 

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