By 90Min
October 29, 2017

Beim Auswärtsspiel in Hoffenheim sorgten einige Teile der mitgereisten Fans von Borussia Mönchengladbach mit einem aufgehängten Banner für Empörung. Nach dem Spiel zeigten sich die Verantwortlichen der Borussia verärgert über das Verhalten der eigenen Anhänger und entschuldigten sich bei 1899 Hoffenheim.

Seit dem Aufstieg in die erste Fußball-Bundesliga ist die TSG 1899 Hoffenheim immer wieder Opfer von Anfeindungen gegnerischer Mannschaften. Besonders Klub-Mäzen und SAP-Mitbegründer Dietmar Hopp steht oftmals im Zentrum der Kritik. Grund dafür ist das langjährige Engagement Hopps, der der TSG in der Vergangenheit immer wieder Geld zur Verfügung stellte und seit 2015 die Mehrheit im Verein besitzt.

Auch beim gestrigen Heimspiel von 1899 Hoffenheim gegen Borussia Mönchengladbach (1:3) wurden der Verein und Dietmar Hopp mit einem Banner der mitgereisten Gästefans beleidigt. Der Schriftzug "Und ihr? Huren eines Fußballmörders!" verunglimpfte die in den Augen von Borussia Trainer Dieter Hecking "schöne" Choreo.

Die Verantwortlichen beider Vereine zeigten sich nach dem Spiel ob des geschmacklosen Banners empört. "Wir distanzieren uns als Verein ganz klar von diesem Verhalten", sagte Stephan Schippers, Geschäftsführer von Borussia Mönchengladbach, laut Welt. Bei 1899 Hoffenheim habe man sich am Tag nach dem Spiel entschuldigt. 

Max Eberl schloss sich Schippers Worten an. Man wolle "nichts mit Leuten zu tun haben, die Hass schüren", so der Sportdirektor. Borussia Mönchengladbach sei "ein Verein, der Toleranz lebt und einfordert." Es sei schade, dass man sich für Teile der Fans entschuldigen müsse.

Auf Seiten der TSG Hoffenheim machte sich vor allem Ratlosigkeit breit. "Ich überleg ja auch oft: Was ist die richtige Herangehensweise?", fragte sich Sportdirektor Alexander Rosen. Schriftzüge wie diese seien "nicht zu ertragen" und "verabscheuungswürdig". Allerdings räumte der 38-Jährige ein, nicht zu wissen "was der Ansatz ist". Hansi Flick, seit diesem Jahr Geschäftsführer in Hoffenheim, hoffe darauf, dass "der DFB und die DFL alles unternehmen", um solche Aktionen "zu unterbinden und drastisch zu sanktionieren".

Beistand erhielt der Verein auch von Joachim Löw. Der Bundestrainer bezeichnete das Banner als "absolut beschämend und unwürdig". Hopp sei "mit ganzem Herzen" für 1899 Hoffenheim da und habe "viele Dinge in sozialen Bereichen getan".

Simon Hofmann/GettyImages

    In der Vergangenheit war Dietmar Hopp immer wieder Opfer verbaler Attacken



Es war nicht das erste Banner, das gegen Dietmar Hopp gerichtet war. Vor gut einem halben Jahr richteten Fans des 1.FC Köln mit einem Banner ebenfalls beleidigende Worte in Richtung des Mäzen, zusätzlich wurden Schmähgesänge gegen den 77-Jährigen laut. Auch in der Aufstiegssaison 2008 sorgte ein Plakat gegen den Unternehmer für Aufsehen. Anhänger von Borussia Dortmund skizzierten damals das Gesicht Hopps in einem Fadenkreuz. Darunter war die Aufschrift "Hasta la vista, Hopp" zu lesen.

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